Was tun nach einem Verkehrsunfall? Die 8 Schritte, die wirklich zählen
Nach einem Verkehrsunfall haben die Sicherheit der Beteiligten und schnelle Hilfe Vorrang. Erst wenn die unmittelbare Gefahr versorgt ist, folgen Dokumentation und Schadenabwicklung. Die folgenden Hinweise geben eine allgemeine Orientierung; sie ersetzen weder einen Erste-Hilfe-Kurs noch eine rechtliche Beratung zum Einzelfall.
1. Unfallstelle absichern
Warnblinker einschalten und vor dem Aussteigen die Warnweste anziehen. Achten Sie beim Verlassen des Fahrzeugs auf den Verkehr und bringen Sie sich in Sicherheit. Sichern Sie die Unfallstelle mit dem Warndreieck ab, soweit dies ohne zusätzliche Gefährdung möglich ist. Bei Verletzten frühzeitig 112 rufen, Erste Hilfe leisten und die Anweisungen der Leitstelle befolgen. Begeben Sie sich nicht selbst in Gefahr.
2. Polizei verständigen, wenn nötig
Bei Verletzten, größeren Schäden, Verdacht auf Alkohol oder Drogen sowie Fahrerflucht sollte die Polizei verständigt werden. Bei Unsicherheit zur Situation hilft eine Rücksprache mit der Polizei. Eine pauschale Eurogrenze ist dafür kein verlässlicher Maßstab. Die Notrufnummer der Polizei ist 110; für Rettungsdienst und Feuerwehr gilt 112.
3. Beweise sichern: Fotos, Fotos, Fotos
Mit dem Smartphone vom Gesamtbild der Unfallstelle, von beiden Fahrzeugen aus mehreren Winkeln, von Bremsspuren, Glassplittern, Schäden im Detail und vom Kennzeichen des Unfallgegners. Tipp: Auch auf den TÜV-Sticker des Gegners achten – das hilft uns Gutachtern später.
4. Daten austauschen
Name, Adresse, Telefon, Versicherung & Versicherungsschein-Nummer, Kennzeichen, Fahrzeugtyp. Ein gemeinsam ausgefülltes europäisches Unfallformular hilft enorm – aber: Niemals ein Schuldanerkenntnis unterschreiben.
5. Zeugen fragen
Augenzeugen sind in strittigen Fällen Gold wert. Notieren Sie Name, Anschrift und Telefon. Auch Dashcam-Aufnahmen können – seit dem BGH-Urteil 2018 – als Beweismittel zugelassen werden.
6. Bedarf und Kosten eines unabhängigen Gutachtens klären
Bei einem Haftpflichtschaden kommt ein unabhängiges Gutachten zur Dokumentation des Schadens in Betracht. Bei einem klaren Kleinschaden können Fotos und ein Kostenvoranschlag ausreichen. Ob Gutachterkosten erstattet werden, hängt von der Haftung und der Erforderlichkeit der Begutachtung ab – nicht von einer starren 750-Euro-Grenze. Lassen Sie Honorar und mögliche Eigenkosten vor der Beauftragung erklären. Im Kaskofall zuerst die Versicherungsbedingungen und das Vorgehen mit dem eigenen Versicherer klären.
7. Rechtliche Fragen mit einer Kanzlei klären
Bei unklarer Haftung oder Streit über die Regulierung kann eine auf Verkehrsrecht spezialisierte Kanzlei beraten. Die Erstattung von Anwaltskosten richtet sich unter anderem nach der Haftungsquote. Klären Sie Vergütung und Kostentragung direkt mit der Kanzlei; eine pauschale Zusage der Kostenfreiheit ist nicht möglich.
8. Werkstatt frei wählen
Bei einem Haftpflichtschaden besteht grundsätzlich freie Werkstattwahl. Welche Reparaturkosten im konkreten Fall erstattet werden und ob vertragliche Werkstattbindungen im Kaskofall gelten, sollten Sie vor dem Reparaturauftrag klären. Lassen Sie unklare Vorgaben rechtlich prüfen.
Wichtig: Notruf, Erste Hilfe und Sicherheit haben Vorrang vor der Schadenmeldung. Sobald die Situation sicher ist, können Sie GutaGo24 zur Begutachtung kontaktieren. Kosten und Abrechnung werden vor der Beauftragung besprochen.
Kosten und Kostenträger: Wann wird ein KFZ-Gutachten erstattet?
Rechtliche Grundlagen und Quellen
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Ob Gutachterkosten erstattet werden, hängt von Haftung und Erforderlichkeit ab. Klären Sie Honorar und Abrechnung vor der Beauftragung.
